Die Münzsammlung, von der hier die Rede ist, hat wahrscheinlich als Grundstock die antiken Münzen, die von Bischof S. A. Sztojka dem Seminar Incarnatiae Sapientae aus Alba Iulia geschenkt wurden (siehe Anm. 9). Es ist aber nicht möglich, das Datum festzustellen, wann die Sammlung in den Besitz der Batthyanaeum-Bibliothek gelangte; es ist gleichfalls unmöglich, die Stücke der ursprünglichen Schenkung des Bischofs Sztojka zu identifizieren. Einen gewissen Hinweis bietet das Manuskript: Catalogus Numorum antiquorum in Bibliotheca Diocesana Alba Carolinensi, in dem 147 antike Münzen beschrieben sind.

Für die Kenntnis der Art, wie die Münzsammlung entstand und sich entwickelte ist von besonderer Bedeutung der von St. Schönvisner verfasste Katalog (Abb. 2-4), in dem 986 abtike, mittelalterliche und neuzeitliche Münzen bescrieben sind, sowie der Katalog von A. Beke (Abb. S. 38), in dem aufgrund der Arbeit von Eckhel (Anm. 14) die antiken Münzen klassifiziert und im weiteren die mittelalterlichen und neuzeitlichen, sowie Denkmünzen beschrieben werden.

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Die übrigen Inventare sind einfache, summarische Registrierungen der Münzen. Gegenwärtig enthält die Sammlung 2334 Stück. Darunter sind: Prägungen der Dako-Geten (Taf. I, S. 42-43); griechische Münzen (S. 43-44, Taf. II); römisch-republikanische Denare mit Gegenstempel (S. 44, Taf. III); ein römischer Denar mit Inkuse Revers und ein anderer mit eingeritztem Perlenkreis (Taf. III/6-7), barbarische Nachahmungen (S. 44-45, Taf. III/8-10), und subaeraten (Taf. IV); Prägungen der römischen Städte und Provinzen (S. 46, Taf. V-VI).

Die Bedeutung der Münzsammlung der Batthyaneum-Bibliothek beschränkt sich aber nicht nur auf die Erhöhung der Zahl getisch-dakischer Münztypen und römisch republikanischer und kaiserzeitlicher Nachahmungen; sie bietet ein besonderes Interesse für die numismatische Historiographie als einzige Münzsammlung des 18. Jhs., die einer Institution in Siebenbürgen gehörte und von Anfang an, zum Zwecke der Kulturförderung, allen Forschern (Anm. 21) unabhöngig von ihrer Konfession, zur Verfügung gestellt wurde.

(Iudita WINKLER, Colectia monetara a Bibliotecii Batthyaneum, in Apulum, vol. 13/1975, p. 35-48)